Warum Klickpedale und wie man sie richtig einstellt

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Ich habe mir schon länger Gedanken dazu gemacht, wie ich das Radfahren optimieren kann. Zum Einen möchte ich nicht völlig verschwitzt am Ziel ankommen und zum Anderen möchte ich auch nach Möglichkeit weitgehend wetterunabhängig sein. Regenfahren scheidet für mich schon mal aus – zumindest auf dem Hinweg zum Fahrtziel. Der Rückweg ist da schon unkritischer, weil ich da ja in der Regel Duschen und mich umziehen kann.
Deswegen habe ich ein mittlerweile für den Sommer recht ansehnliches Arsenal an kurzarm Trikos, kurzen Hosen und passender Funktionsunterwäsche.
Für den Wintereinsatz bin ich noch nicht so gut ausgestattet. Aber ich bin stetig am „optimieren“.
Und so bin ich auch zu den Klickpedalen gekommen:
Fabelhafte Geschichten habe ich von diesem mystischen Allheilmittel schon gehört und ich bin neugierig geworden. Generell ist das Problem, dass es zwei Lager gibt: Die Einen schwören drauf und die Anderen sehen einen mit irritiertem Blick und hochgezogener Augenbraue an 😀

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Also für mich stand relativ schnell fest, dass ich es ausprobieren möchte. Nach allem was ich gelesen hatte gab es hier einige gute Gründe. Einzig ein negativer Punkt, den ich zuerst nennen werde, ist mir aufgefallen: Je nach Ausstattung und Schnäppchenlage, kostet der Spaß so ab 100€ aufwärts. Die positiven Faktoren sind da schon erfreulicher und auch zahlenmäßig überlegen:

  • Die Füsse können nicht mehr bei nassen Pedalen oder ungeschickten Bewegungen einfach vom Pedal rutschen
  • Die Kraftübertragung ist optimiert
  • Die Trittposition ist immer gleich und wenn richtig eingestellt nahezu perfekt (ich neige zum Beispiel dazu meine Füsse immer mehr während einer Fahrt nach innen zu drehen, was irgendwann echt weh tut)
  • Man kann nicht nur „drücken“ sondern auch „ziehen“ (Kraftaufwand besser verteilt und es werden auch andere Muskelgruppen belastet/trainiert)
  • Bergaufstiege sind viel leichter

Es gibt bestimmt noch mehr Punkte, aber die genannten sind für mich persönlich die Relevanten.

Übrigens: Umfallen, weil man nicht ausgeklickt ist tut man nicht so einfach, wenn man ein paar Dinge beachtet. Ich habe mir für den Einstieg die „Click’R“ – Variante von Shimano ausgesucht, die die gleichen Klammern bzw. Cleats wie das Shimano SPD System benutzt und die Pedale sind ebenfalls SPD kompatibel.

Shimano CT40 Seitenansicht Clickr Schriftzug
Shimano CT40 Seitenansicht Clickr Schriftzug

Also schon bei ersten Testfahrten bin ich so schnell ausgeklickt, dass ich die Pedale in nächster Zeit sicherlich deutlich härter in der Auslösekraft einstellen werde, weil ich davon beim Absteigen nichts bemerkt habe! Eine sehr schöne Beschreibung, bzw. sogar einen Erfahrungsbericht habe ich hier bei Arno Welzel gelesen, was mich restlos vom Systempedal überzeugt hat.

Zunächst einmal habe ich bei meinem Haus- & Hof- Lieferanten Rose ein paar Schuhe und günstige Pedale bestellt. Ursprünglich hatte ich die eher unauffälligen und alltagstauglichen MT33 Schuhe von Shimano in schwarz und die M545 Pedale ausgeguckt, da die Schuhe aber auch in anderen Varianten in genau meiner Größe zum Bestellzeitpunkt nicht mehr vorhanden waren, bin ich dann doch zum krassen Gegensatz den CH40 „gewechselt“.

Shimano CT-40... mein neuer Systemschuh
Shimano CT-40… mein neuer Systemschuh

Dazu passend die T400 Click’R Pedale. Ich denke, wenn ich auch auf Dauer damit zurecht komme und ich irgendwann den Wunsch verspüre zu „Upgraden“, kann ich das dann immer noch tun. Ein Pluspunkt dieser Pedale ist zumindest, dass sie Reflektoren haben und somit auch StVZO „konform“ sind. Zum Thema Größe: Es wird immer empfohlen die Schuhe „1-2“ Nummern größer zu kaufen. Das hat mich auch verwirrt. Für alle, denen es hilft: Ich habe normalerweisse Größe 42. Wenn ich meine Fußlänge messe komme ich auf 26,0-26,4cm (Füsse sind unterschiedlich lang). Ich habe Größe 44 bestellt und sie passen gut, da ich breite Füße habe. Hätte es Größe 43 in Breit gegeben, hätte ich die nehmen können. Gab es aber nicht.

Die brennende Frage, die jeden beschäftigt, der mit dem Gedanken spielt sich Systempedale und damit auch Schuhe zulegen möchte ist doch auch: Worin unterscheiden sich SPD, Click’R und Co? Wie soll ich eine Auswahl treffen, wenn mir jeder etwas anderes erzählt und dann doch wieder geschrieben steht, das alles kompatibel und fast das gleiche ist?

Also zunächst einmal sind die Cleats, also die Haken, die in das Pedal einrasten genau die Gleichen wie beim SPD System.

Detailansicht Cleat am Schuh montiert
Ein ganz normales SM-SH56 Cleat wird auch beim SPD-kompatiblen Clickrsystem verwendet.

Der Unterschied liegt im Pedal. Hier ist der hintere Steg, der den Schuh auf dem Pedal hält etwas schmaler, dadurch „rutscht“ der Schuh schon bei einem kleineren Drehwinkel heraus, als beim SPD System. Man kann also Click’R Schuhe prinzipiell auch auf SPD Pedalen nutzen, und natürlich geht das auch anders herum. Weil die Cleats identisch sind.

Die Schuhe selbst weisen als Besonderheit auf, dass die Steife Bodenplatte, die normalerweise für die optimale Kraftübertragung sorgt Steg- / Leiterförmig ausgeführt ist und die Sohle zum Abrollen beim Gehen vorgeformt ist. Somit tragen sie sich etwas komfortabler.

Shimano CT-40 Clickr Versteifungsplatte in Steg bzw. Leiterform
Shimano CT-40 Clickr Versteifungsplatte in Steg bzw. Leiterform

Hat man jetzt seine Schuhe und Pedale zusammen, muss man die Cleats richtig montieren. Das ist etwas „individuell“ daher kann ich zunächst nur beschreiben wie man einen guten Ausgangspunkt findet.

Ansicht Shimano CT40 mit montiertem Cleat
Das Cleat ist in den Schuh (weitgehend) versenkt, was ein normales Laufen erleichtert.

Merkt man, dass diese Position für einen persönlich nicht optimal ist kann man von diesem Punkt aus kleinere Anpassungen vornehmen. Zunächst einmal sucht man am Fuß die Stelle wo das große Zehengelenk sitzt. Das ist die Stelle hinter dem großen und kleinen Zeh, die am breitesten ist. Es fällt auf, dass es nicht grade, sondern etwas Schräg verläuft. Jetzt zieht man den Schuh an und ertastet die beiden Stellen erneut und markiert oder merkt sie sich.

Dreht man den Schuh (nach dem Ausziehen natürlich) so, dass man die Sohle sieht, kann man eine Gerade zwischen den beiden Punkten ziehen. Genau in der Mitte sollte die Klammer ihren Sitz haben. Jetzt setzt man sich einmal hin und lässt die Füsse auf den Boden. Sind diese exakt gerade, justiert man das Cleat ebenfalls gerade. In der Regel sind die Füsse aber immer etwas nach innen oder aussen gedreht (in einer bequemen, normalen Position zumindest).
Diesen Winkel versucht man beim Festziehen der Klammer nachzuahmen.

Wem diese Beschreibung nicht weiterhilft, findet im Netz zahllose Anleitungen. Die Beste und verständlichste habe ich vor einiger Zeit einmal hier beim „Bike-Magazin“ gefunden.

Jetzt noch festziehen und ausprobieren, am besten bei einer strammen Radtour, die in etwa eine halbe Stunde dauern sollte, das ist die Zeitspanne, die man benötigt um zumindest mal gefordert zu werden. Wenn die Kräfte nachlassen und man immer noch optimal Tritt und etwaige Fehleinstellungen nicht mehr so einfach (und oft von einem selbst auch unbemerkt) kompensieren könnte sind sie perfekt eingestellt. Knieschmerzen sollten ein Warnzeichen sein, wenn etwas grob falsch eingestellt ist.

Wenn man sich sicher ist, die richtige Position gefunden zu haben, muss man noch den Schuh abdichten, sofern es eine Gegenplatte im Schuh gibt (häufig der Fall). Hierfür liegen Aufkleber in der Regel bereit, die man von innen über die Schraubstelle kleben kann.

Nun steht einer erfolgreichen Nutzung des neuen Pedal-/Schuhsystems nichts mehr im Weg.

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Ein Gedanke zu „Warum Klickpedale und wie man sie richtig einstellt“

  1. Hallo Thomas,

    ich schwöre auch schon seit Jahren auf Klickpedalen. Es gibt ja auch die Kombipedalen. Damit kann ich mit Straßenschuhen und normalen Schuhen fahren. Darum fahre ich auch Trekkingbike mit Radschuhen.

    Grüße Jörg

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